2. CZM Absolvententag 2018

Clausthal-Zellerfeld. Zum zweiten Mal bot sich den Master- und Promotionsstudenten am Clausthaler Zentrum für Materialtechnik (CZM) die Möglichkeit, Ergebnisse ihrer natur- und ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten mit Werkstoffbezug einem breiten Publikum zu präsentieren. Neben Zuhörern aus der Wissenschaft waren Gäste aus der Industrie sowie Schüler anwesend. Nach den Vorträgen tauschten sich die über 90 Teilnehmer in lockerer Atmosphäre tiefergehend aus.

Gut besucht; der zweite Absolvententag des Clausthaler Zentrums für Materialtechnik. Foto: Hoffmann

Zielstellung am CZM ist die Erzeugung neuartiger Werkstoffsysteme – ausgehend von der gezielten Modifikation bestehender Werkstoffe bis hin zur Kopplung konträrer Werkstoffe wie Glas, Keramik, Kunststoff oder Metall. Ohne die engagierten Studierenden und Doktoranden der TU Clausthal, die in den zahlreichen Projekten des Zentrums tätig sind, wäre das Erreichen dieses Ziels unmöglich. Entsprechend fanden ihre Arbeiten beim CZM-Absolvententag eine angemessene Darstellung und Würdigung.

Die Themengebiete waren dabei sehr breit gefächert: In der Analytik wurde beispielsweise über die Nutzungsmöglichkeiten von neuronalen Netzen zur automatisierten Auswertung mikroskopischer Werkstoffaufnahmen berichtet. Im Unterschied zu neuronalen Netzen bei der Umfelderkennung autonomer Fahrzeuge werden dabei keine Fußgänger oder andere Autos detektiert, sondern unterschiedliche Gruppen von Werkstoffinhomogenitäten, welche für die resultierenden Eigenschaften der Materialien von entscheidender Bedeutung sind.

Zur Ermittlung von Bauteileigenschaften sind Prüfstandversuche geeignet. Ein neuer Prüfstandversuch wurde in einem weiteren Vortrag vorgestellt. Dieser wurde im Rahmen der Entwicklung und Erprobung von trockenlaufenden Gleitlagern mit einer Compound-Gleitschicht genutzt. Das Hauptaugenmerk lag auf der realitätsnahen Abbildung unterschiedlicher Belastungsszenarien und der Untersuchung des tribologischen Reib- und Verschleißverhaltens. Auf dieser Basis gelang der positive Leistungsnachweis entwickelter Prototypen unterhalb materialspezifischer thermischer Grenzbelastungen.

Kontaktflächen spielen auch bei der Haftfestigkeit von Zylinderlaufbuchsen, die in die Zylinderinnenflächen von Motorblöcken aus Aluminium eingepresst werden, eine wichtige Rolle. Zwecks hoher Reibkontakteinstellung ist die Zylinderinnenfläche gezielt aufzurauen. Hierzu wurde eine neue laserbasierte Oberflächenstrukturierung entwickelt und vorgestellt. In der Praxis hat sich der Prozess bereits bewährt. Er zeichnet sich durch seine hohe Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu bekannten Strukturierungsverfahren aus. Bei letzterem handelte es sich um einen Beitrag des Laser Zentrums Hannover (LZH), das ebenfalls aktiv im CZM mitarbeitet. Ferner präsentierte sich das am CZM angesiedelte ZIM Netzwerk „Mikrosysteme auf Basis multifunktionaler Werkstoffsysteme” mit einem Ausstellerstand.

Erfreulich war das stark gestiegene Interesse seitens der Industrie an der Veranstaltung. Es ist ein Beleg für die hohe Themenattraktivität und Qualifizierung der Clausthaler Absolventen. Die Öffnung der Veranstaltung für Schüler auf der anderen Seite hatte den Hintergrund, für ein Studium an der TU Clausthal zu werben, damit auch künftig die Absolventenzahlen in den aufgezeigten Fachbereichen auf einem hohen Niveau bleiben.

 

Kontakt:
Clausthaler Zentrum für Materialtechnik
Dr.-Ing. Henning Wiche
Telefon: +49 5323 72-3194
E-Mail: Henning.Wiche@tu-clausthal.de

 

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